Die Zielsetzungen der Edition :anderweit sind eng mit dem persönlichen Werdegang ihrer Verlegerin verknüpft. Mila Schrader, Jahrgang 1943, diplomierte Volkswirtin, war in vielen Sparten tätig, bevor sie sich 1995 dem Thema: »Historische Baustoffe und ihre Wiederverwendung« zuwendete. 1968 begann sie ihr Berufleben als Marktforscherin, 1973 wurde sie Spezialbuchhändlerin und Verlegerin für Automobil- und Motorradbücher. In den sechziger Jahren baute sie mit ihrem Mann eine verlassene und nur aus Außenmauern bestehende Wassermühle in Oberösterreich zu einem Wohn- und Arbeitshaus für ihre Familie um, Ende der achtziger Jahre wagte sie einen zweiten Anlauf mit der alten Schule in Hösseringen. Engpässe in der handwerklichen Planung und Umsetzung, die sich nur mühsam durch Erfahrungen auf der Baustelle, Gespräche mit Handwerkern und das Studium von Handbüchern bewältigen ließen, gaben den Anstoß für die heutige verlegerische Zielrichtung der Edition :anderweit.
Der Rückblick zeigt wichtige Etappen:
Herbst 2004: Der »Adressleitfaden und Ratgeber für Altbausanierung und exklusives Bauen« bietet erstmalig einen kompakten und informativen Überblick. Rund 2000 Kurzporträts von Handwerkern, Händlern, Behörden, Vereinen, Verbänden, Institutionen und sonstigen Spezialisten im Umfeld von Denkmalpflege und Altbausanierung ermöglichen das Auffinden geeigneter Adressen und Ansprechpartner für das eigene Projekt.
Herbst 2003: Von vielen schon lange erwartet, nun endlich ist es vollbracht: das »Bauhistorische Lexikon - Baustoffe, Bauweisen, Architekturdetails«. Mit über 3800 Stichworten und 700 Abbildungen schließt es eine Lücke und erklärt kompetent und gut verständlich das Bauwissen und die Handwerkersprache unserer Vorfahren.
Frühjahr 2003: Die nächsten vier Bände der Reihe »Bauvielfalt im Detail« erscheinen, wieder mit ungewöhnlichen und doch zugleich alltäglichen Themen: »Plumpsklo, Abort, Stilles Örtchen«, »Klostergärten im bayerischen Pfaffenwinkel«, »Vom Reiz der Patina« sowie »Naturstein im Garten«.
Herbst 2002: Auftakt der neuen Reihe »Bauvielfalt im Detail« mit den Titeln »Das zweite Leben der Blenhorster Wassermühlen«, »Radiatoren: Gusseiserne Heizkörper«, »Gittertore und Zäune in Dresden« und »Dachschmuck aus gebranntem Ton«. Die Bücher widmen sich dem großen Spektrum der historischen Bautraditionen und sprechen damit nicht nur Denkmalpfleger, Architekten und Bauforscher an, sondern auch Handwerker, Bauherren und all jene, die sich für kulturelle Zusammenhänge und historisches Bauwissen interessieren.
Das Internetportal www.baurat.de erhält einen wichtigen neuen Bereich: MaterialPool©. Hier können Händler historischer Baustoffe ihr Angebot online einstellen und pflegen, so dass stets konkrete Lagerbestände präsent sind - ein überzeugender Service für Anbieter und Suchende.
Frühjahr 2002: Der Ratgeber und Adressleitfaden »Auf der Suche nach historischen Baumaterialien« stößt weiterhin auf so große Nachfrage, dass die inzwischen 5. Auflage erscheint. Auch von dem Buch »Türen, Schlösser und Beschläge als historisches Baumaterial« kommt eine neue - die zweite, aktualisierte - Auflage auf den Markt. Mit dem Titel »Fachwerk als historische Bauweise« wächst die Reihe der Materialleitfäden und Ratgeber auf sechs Bände an.
29.November 2001: Die beiden Titel: »Gusseisenöfen und Küchenherd: Geschichte, Technik, Faszination« und »Die große Welt der Gartenzwerge: Mythen, Herkunft, Traditionen« werden ausgeliefert und öffnen eine neue Dimension der Profile Bildbände mit viel Farbe und Lifestyle Ambiente.
29. Oktober: Mit Baurat 2.0 startet nach 369 Tagen ein umfassender Relaunch, der durch viele neue Tools noch attraktiver wurde und mit dem der Verlag seiner Vision näher kommt, die gedruckten Buchinhalte aktuell zu halten.
10. bis 15. Oktober 2001: Die Edition :anderweit ist wieder auf der Frankfurter Buchmesse vertreten, diesmal auf dem Gemeinschaftsstand der Independent Verlage. Parallel dazu wird ein 24-seitiger Verlagsprospekt gemeinsam mit dem durch seine handwerklichen Reprints bekanntgewordenen Th. Schäfer Verlag in Hannover versandt.
März 2001: Der fünfte Materialleitfaden »Fenster, Glas und Beschläge« erscheint nach langer Vorarbeit. Mit 304 Seiten so umfassend wie noch kein Leitfaden.
Oktober 2000: Zwei Messen.
Die Frankfurter Buchmesse und die Denkmal 2000. www.baurat.de wird mit großem Interesse aufgenommen.
September 2000: Start der Reihe www.anderweit.de/profile mit »Gut Brand!« Der Siegeszug des Hoffmannschen Ringofens. Verknüpfung von Buch und Internet.
August 2000: Im Hessen Fernsehen wird in der Sendung »service: wohnen« ein Porträt des Verlages unter dem Motto »Recycling - Suche nach historischem Baumaterial« ausgestrahlt.
April 2000: Ein Reiseführer und Bildband über Historische Baumaterialien außerhalb Deutschlands: »Historische Baumaterialien in Frankreich und Spanien«. Ein spannender Blick über die Grenzen.
Dezember 1999: Mit der Internetpräsenz http://www.anderweit.de/ und mit der geplanten Erweiterung des Verlagsgeschäfts um einem Service- und Dienstleistungsbereich für alle Rat suchenden Bauinteressierten beginnt mit den Webseiten http://www.baurat.de/ und http://www.baubuch-online.de/ sowie als Partner von amazon.de eine neue Ära. Bauerngarten und E-Commerce, das Erforschen von traditionellen Bauweisen und überlieferten Handwerkskünsten müssen keine Gegensätze zu Datenbankrecherchen und internationaler Kommunikation sein.
Oktober 1999: Vom 13. bis zum 18. Oktober stellt die Edition :anderweit zum fünften Mal ihr Verlagsprogramm auf der Frankfurter Buchmesse, Halle 4.1 M114 aus. Der 2 x 2 m kleine Stand aus Pappe und Holz, dekoriert mit historischen Baustoffen und Büchern, wirkt inmitten der standardisierten Nobelstände auffallend und einladend.
Juli 1999: Ein Fotoband über ein neues Thema erscheint: »Dorfkirchen in der Mark Brandenburg«, Regionales Bauen mit Feldsteinen und Fachwerk.
Juni 1999: Der vierte Materialleitfaden erscheint: »Dachziegel als historisches Baumaterial«. Dachziegel aus gebranntem Ton haben viele Gesichter.
Mai 1999: Die Internetplanungen beginnen für die Edition :anderweit und für baurat.de, ein neuer Informationsservice von Mila Schrader und Hans-Martin Aurich über den speziellen Markt der historischen Baustoffe.
April 1999: Es erscheint die vierte Auflage von »Auf der Suche nach historischen Baumaterialien« Ein Querschnitt über die Vielfalt historischer Baumaterialien am Beispiel von 40 Mitgliedern des »Unternehmerverbandes für historische Baustoffe e.V«. Das Thema liegt im Trend und findet zunehmende Beachtung.
Oktober 1998: Der dritte Materialleitfaden erscheint »Türen, Schlösser und Beschläge als historisches Baumaterial«. Die Handwerkskunst von Tischlern, Glasern und Schmieden fasziniert durch ihren funktionalen, stilistischen und handwerklichen Wandel.
23. Mai 1998: Pünktlich zum zehnjährigen Jubiläum der Familie Schrader in Hösseringen und zum sechzigjährigen Bestehen der dritten Schule von Hösseringen wird der »Tag der offenen Schultür« mit ehemaligen Schülern und Lehrern und mit dem ganzen Dorf gefeiert. Parallel dazu erscheint der zweite Materialleitfaden: »Reet und Stroh als historisches Baumaterial«. Der Wandel einer natürlichen Dachdeckung über das Arme-Leute-Dach zu einer regionalen und handwerklichen Besonderheit.
Dezember 1997: Die neuen Medien fordern einen anderen Zugang zum Markt der historischen Baustoffe. Es erscheint eine CD-ROM in zwei Versionen: »Historische Baustoffe, eine Marktübersicht mit Händlerverzeichnis«.
Juli 1997: Der erste Materialleitfaden erscheint auf dem Markt: »Mauerziegel als historisches Baumaterial«. Damit bei der Altbaurenovierung Begriffe wie Feldbrandziegel, Fuge, Mörtel und Verband kein Geheimnis mehr sind.
Mai 1997: Es erscheint die 3. Auflage des Standardwerkes: »Auf der Suche nach historischen Baumaterialien«. Ein Querschnitt über die Vielfalt historischer Baumaterialien am Beispiel von 36 Mitgliedern vom »Unternehmerverband für historische Baustoffe e.V«.
September 1996: Über den selektiven Rückbau eines denkmalgeschützten Tabaklagers erscheint ein dokumentarischer Lese- und Fotoband: »Bergung historischer Baumaterialien«, Tabaklager Herbolzheim, Selektiver Rückbau anstelle von konventionellem Abriss«. Einstieg in das Thema Baugeschichte und die Problematik von Denkmalpflege und Bauerhaltung.
Februar 1996: Es erscheint die 2. Auflage: »Auf der Suche nach historischen Baumaterialien«. Ein Querschnitt über die Vielfalt historischer Baumaterialien am Beispiel von 30 Mitgliedern des "Unternehmerverbandes für historische Baustoffe e.V".
Juli 1995: Es erscheint die 1. Auflage des Standardwerkes: »Auf der Suche nach historischen Baumaterialien«. Ein Querschnitt über die Vielfalt historischer Baumaterialien am Beispiel von 24 Mitgliedern des Unternehmerverbandes für historische Baustoffe e.V.
März 1994: In der Leonberger Bausparerzeitung erscheint ein Bericht, der mit den Worten beginnt: »Historische Baustoffe - Originalbaustoffe für die Reparatur wertvoller alter Häuser sind gefragt«. Mila Schrader erhält am 23. März 1994 für eine Mark die Liste mit Adressen von 19 Händlern. Damit hat die Edition :anderweit hat ihr Verlagsthema gefunden. Ist es ein Zufall, dass der Name anderweit, also zum zweiten Mal, identisch ist mit der Baupraxis, durch selektiven Rückbau sensibel gewonnene Baustoffe einer Zweitverwendung zuzuführen?
Januar 1994: Die Affekt Studios präsentieren ihre Studie, Worte aus dem Althochdeutschen und Mittelhochdeutschen werden als Assoziationen für ländliche und häusliche Gegenstände gesucht, wie Mauer > mura, Mörtel > morter, Zaun > hurd, Begriffe aus der Beziehung zwischen Mensch und Natur wie Ohr > ora, Birke > birka, berke, aber auch abstrakte Begriffe wie Ursprung > ortspring, Licht > lioht, bewahren > warn, zum zweiten Mal >anderweit. Die Entscheidung fällt zugunsten von anderweit. Es folgen die Entwicklung von Logo und Geschäftspapieren im Sinne der Corporate Identity.
November 1993: Mila Schrader bittet die Affekt Studios Bielefeld, heute Affekt Studios Düsseldorf einen neuen Verlagsnamen zu entwickeln, der offen für viele Themen ist und nicht wie der Schrader Verlag personengebunden.
Februar 1993: Letzter Verkaufstag der Automobil-Buchhandlung in der Frauenstraße. Schraders haben die letzte Brücke in München abgebrochen, das Pendeln zwischen zwei Welten ist damit beendet.
Frühjahr 1992: 14 Unternehmen gründen den »Unternehmerverband Historische Baustoffe e.V.« mit dem Sitz in St. Georgen im Schwarzwald. Die Erhaltung von Kulturgut und die Schonung von Ressourcen stehen im Mittelpunkt ihrer Arbeit.
April 1988: Die Familie Schrader verlegt ihren Lebens- und Arbeitsplatz von München nach Hösseringen und widmet sich dabei der Renovierung des Schulhauses. In den Jahren 1988 bis 1994 entstehen in Hösseringen gut 80 Bücher über historische Automobile und Motorräder, alte Lastwagen und Ackerschlepper.
September 1984: Die Expansion von Schrader Automobilbücher setzt sich am 14.9.1984 mit dem Umzug in den großzügigen Laden in der Nähe des Viktualienmarkts in der Frauenstraße 32 fort.
Juli 1979: Die Buchhandlung wagt den Schritt in die Innenstadt ins Tal 34. Von dort aus wird auch der Versandbuchhandel weltweit abgewickelt.
Juni 1976: Mila Schrader eröffnet ihre erste Buchhandlung, den »Automobil Basar« in Haidhausen. Dieses Spezialgeschäft für Auto- und Motorradliebhaber lockt Besucher von ganz Deutschland an.
Dezember 1971: Halwart und Mila Schrader gründen in München den Schrader & Partner Verlag in München und geben seit 1973 die Zeitschrift »Automobil Chronik« heraus.
Sommer 1971: Nach der Eheschließung von Halwart und Mila Schrader beginnen sie mit den Sanierungs- und Umbaumaßnahmen einer seit Jahrzehnten unbewohnten Wassermühle in Haslau in Oberösterreich. Die ersten Bauerfahrungen werden gesammelt.
In den Jahren 1937/1938 wird in der an der Vöckla gelegenen, 1914 gebauten Wassermühle in Haslau/Oberösterreich zum letzten Mehl gemahlen. Immer wieder wechseln danach die Bewohner, nachdem der letzte Müller nicht mehr aus dem 2. Weltkrieg zurückgekehrt ist.
Januar 1937 bis März 1938: In Hösseringen, Niedersachsen, dem späteren Wohnort der Familie Schrader und dem Firmensitz der Edition :anderweit beginnen die Planungen für eine neue Schule Hinter den Höfen 7. Am 4. August 1937 wurde mit dem Neubau begonnen, Richtfest war am 2. Oktober 1937, am 18. und 19. März 1938 fand der Umzug von der zweiten in die dritte Hösseringer Schule statt. Am Dienstag, den 22. März 1938 fand nach einer kurzen Feier mit den 18 Knaben und 35 Mädchen der erste Unterricht statt.
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